Basmachi vs. Bolschewiki. Kulturkampf in Ferghana 1917-1922
Inhaltsverzeichnis
2. Ursprung der Basmachi in Ferghana
2.2. Der Islam und der Staat im kolonialen Ferghana
2.3. Die Revolution bricht in Kokand aus
1. Einführung
Few of the Basmachi leaders seem to have been
motivated by the creation of new state order. To the extent they did, the model
was the tradition of kingship as it had developed in post-Timurid Central Asia.
(Khalid
2015, S. 87)
In
der folgenden Arbeit untersuche ich die umkämpfte Staatlichkeit während den
Basmachi Aufständen im 20. Jh. (1917 bis frühe 1930er) am Beispiel des
Ferghanatals. Abgeleitet vom turkisch-sprachigen Wort basmak, ‘unterdrücken,
gegen etwas verstossen’, waren Basmachi in verschiedenen Teilen Zentralasiens
die Aufrührer, welche die Regierungen der Bolschewiki bekriegten, aber nicht
besiegen konnten, sondern die Kolonialisierung durch die Sowjets bloss blutvergiessend verzögerten. Die ländliche Bevölkerung, von der die Basmachi stammten, war
gezwungen, die schwerwiegenden Konsequenzen der Sowjetpolitik zu erleiden: Zwei
aufeinanderfolgende politisch verursachte Hungersnöte und gewalttätige
Säuberungs-Kampagnen. Hinzu kam eine kommunistische Kulturrevolution, welche
beabsichtigte, die traditionelle Lebensweise der Bevölkerung endgültig zu begraben.
Die
leninistische Staatstradition des 20. Jh. brachte den – in Europa vorher
bereits vorhandenen – sich aktiv gegen die Dominierung jeglicher
Religion wehrenden oder mit ihr konkurrierenden Säkularismus zum
Vorschein. Auf welche Elemente der zentralasiatischen Staatstradition beriefen
sich die Basmachi im frühen 20. Jh., um gegen die Säkularisierung anzukämpfen,
als ein existenzieller Kampf geführt wurde und die Unabhängigkeit plötzlich denkbar
war?
Der
Wandel, den die zentralasiatische Staatstradition in der Neuzeit durchlief, zeugt
einerseits von den grossen Umwälzungen, die uns im Westen wohlbekannt sind –
wie dem europäischen Kolonialismus, Sowjetkommunismus und Post-Kommunismus –
und andererseits von einer einzigartigen Entwicklung, die von einer
synkretistischen politischen Kultur geprägt ist. Ein besonderes Merkmal der vormodernen
Staatlichkeit seit der Islamisierung Zentralasiens waren nämlich die kulturellen
Spannungen zwischen einer islamisch dominant geprägten Politik und allen
anderen örtlichen Traditionen, wie dem Zoroastrismus (mit sassanidischen Einflüssen),
dem Buddhismus (mit indischen Einflüssen) und vielen weiteren.[1]
Auf diese Weise bewährten sich Kulturkämpfe zwischen transzendentalen,
immanenten und schliesslich säkularen Legitimierungsformen auf verschiedenen
Ebenen der Gesellschaft vom König bis hin zum Sklaven. Zum Beispiel als nach
der mongolischen Invasion im 13. Jh. Bärkä Khan zum Islam konvertierte oder
noch bedeutender Tughluq Temür ein Jahrhundert später. Oder als Tamerlans Sohn
Schāh Ruch die mongolischen Gesetze, die yasa, abschaffte.[2]
Wegen der Machtstellung dschinggisidischer Nomaden oszillierte dennoch die
Gesetzestradition weiterhin zwischen der strikten islamischen Scharia und gesetzlichen
Anomalien und «Innovationen», die mit Bezug auf das mongolische Erbe
gerechtfertigt wurden. Könige unterstützten meist mystischere Formen des
Islams, mit denen sie aus der Sicht unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen eine
bessere Chance hatten, als legitime Herrscher anerkannt zu werden. Beliebt war der Sufismus, der in die Hände des neoplatonischen Modells charismatischer Herrschaft spielte.[3]
Mit dem russischen und chinesischen Kolonialismus entstand ab dem 17. Jh. eine
weitere Dimension dieser Spannungen. Diesmal zwischen nicht-muslimischen
Imperien und zentralasiatischen Konzeptualisierungen von Herrschaft und Staat,
wobei dem Islam eine anti-koloniale Rolle zukam, wie später auch im Fall der Basmachi.
Aus den Archiv-, Reiseberichts- und sonstigen übersetzten Quellen in Malikov 2019, sowohl aus russischer als auch aus zentralasiatischer Perspektive, wird ersichtlich, wie im 19. und 20. Jh. Kulturkämpfe in der Politik ausgefochten wurden, und die diversen Vorstellungen, die für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in diesem Zusammenhang von den Regierungen umgesetzt oder versprochen wurden. Auch beschreiben sie die Praktiken, nach denen die Bevölkerung bis dahin lebte. Ich werde mich auf die Quellen in Kapitel 8 von Malikov 2019 und vor allem auf Quelle N° 8.5 fokussieren, weil sie aus der Sicht des sowjetischen Geheimdienstes die Geschehnisse von 1917-1922 in Ferghana während den Basmachi-Aufständen schildert und interpretiert.
Der italienische Historiker Marco Buttino gibt die bisher genaueste wissenschaftliche Besprechung der Basmachi-Aufstände und ihrer Entstehung in Ferghana wieder, die mir zur Verfügung steht (mir vorenthalten sind russische und turkisch-sprachige Literatur), jedoch ergänze ich sie durch den aktuellen Artikel Chloé Drieus zur russischen Revolution in Turkestan.
Eine
Quelle, die mir zur Kontextualisierung dient, ist der übersetzte
autobiographische Bericht des russisch abstämmigen Taschkentiers Pavel
Stepanovich Nazarov (1890-1942), der in der Mobilisierung gegen die Bolschewiki
involviert war, aber fortwährend auf der Flucht. Er hielt sich in der Bevölkerung auf und gilt deshalb auch als anthropologische Quelle für die Lebensweise im frühen 20. Jh. in Zentralasien. Das aus dem Persischen übersetzte Tagebuch des Muḥammad
Sharīf-i Ṣadr-i Ziya (1867-1932) aus Bukhara gibt eine städtisch-muslimische
Perspektive wieder, die insofern relevant ist, weil er aus erster Hand die
Geschehnisse von 1917 bis 1920 in jener Stadt miterlebt hatte und auf den Seiten
314-360 beschreibt, sowie seine Meinungen zur Basmachi-Bewegung äussert (s.
Index des Buchs unter basquchi/basmachi). Ebenfalls in der Gegend war
der Lieutenant-Colonel P. T. Etherton (1879-1963), ein Englischer Diplomat in
Chinas westlicher Provinz Xinjiang mit einem Auge auf die sich entwickelnde
Lage auf der anderen Seite der Grenze. Die Engländerin Annette Meakin
(1867-1959) besuchte Kokand auf ihrer Reise durch Asien im Jahr 1902 und
notierte Beobachtungen alltäglicher Natur, bevor die Stadt im Februar 1918
teilweise zerstört und die Bevölkerung dezimiert (und anschliessend durch
Hungersnot und die davon aufkommenden Krankheiten halbiert) wurde.
2.
Ursprung der Basmachi in Ferghana
Während
meiner Untersuchung in die Basmachi-Aufstandskämpfer, ihre politischen Motive
und den Zeitgeist des frühen 20. Jh. in Zentralasien – z.B. den religiösen Anforderungen und die
Lebensweise der zentralasiatischen Bevölkerung – bin ich auf viele
widersprüchliche Aussagen und Motive gestossen, und auf ein rätselhaft
unterbeleuchtetes Massaker in Ferghana, das angeblich am Ursprung der Basmachi
stehen sollte.[4]
2.1. Das Massaker von Kokand
Ein
Massaker weist für uns doch eher auf den Endpunkt als auf den Anfang einer Gemeinschaft
hin. Die Erinnerung an Massaker wird jedoch animiert sowohl, um Bedeutung an der unaustehlichen Tatsache des bedrohlichen Endpunktes zu finden, wie auch um
Lehren daraus zu ziehen, um ein solches in Zukunft zu verhindern.
Die
verschiedenen Massaker der Bolschewiki oder auch kolonialen Pogrome Russlands werfen
düstere Fragen an die ultimative Ursache der Tat, für die so gut wie nie ein psychologisches
oder überhaupt vollständiges Bild der Täter in den Quellen des frühen 20. Jh.
gefunden werden kann. Im Massaker von Kokand im Februar 1918 kennt man weder
die genaue Opferzahl noch eine genauere Identität der Kokandi-Opfer. Und um die
verschiedenen Tätermotive auffassen zu können, scheinen die Quellen nicht
genügend Erklärkraft zu bieten.
In
der bisher genauesten Besprechung der Basmachi-Aufstände und ihrer Entstehung
in Ferghana, betont der italienische Historiker Marco Buttino die
ethnische Dimension des Massakers und zeichnet die diversen Nationalitäten der
Täter nach – Kriegsgefangene aus Osteuropa, persischstämmige Rekruten der Roten
Armee, viele, die als Wanderarbeiter in Ferghana beim Einsturz der
Baumwollproduktion eine Einkommensmöglichkeit suchten und natürlich Russen. Aber
besonders enthusiastisch und sichtbar waren die Armenier. Nebst Kommissar Perfilew
und den Roten Garden wurde die Dashnak-Miliz aus Armeniern hinzugezogen, um Kokand einzunehmen.
In meiner wichtigsten Quelle 8.5 (aus Malikov 2019) versucht deren Autor, Sokolnikow, der Vorsitzende der Basmachi-Exterminierungskommission, 4 Jahre später dem Zentralkomitee der kommunistischen Partei zu erklären, dass eine Kursänderung stattfinden sollte, weil die bisherige Strategie gegen die Basmachi die Gesamtbevölkerung abgeschreckt habe. Insbesondere die ethnisch-kulturelle Dimension sei vernachlässigt worden. Er legt die Motive der Dashnaks in Ferghana offen und verweist darauf, dass deren Ziele nicht kompatibel gewesen seien mit denen der Kommunisten. «When we asked one of the prominent Dashnaks about their participation in the Fergana massacre, he said that he had killed 75 Uzbeks. According to him, these murders satisfied only 50 percent of his personal revenge for the blood of his relatives killed by the Turks.»[5] Auch Buttino verweist auf ähnlich verstörende Rachefantasien: « on raconte que les Arméniens disaient que, quand bien même ils auraient tué toute la population musulmane du Fergana, le nombre des morts serait toujours moins élevé que celui des Arméniens tués pas les musulmans en Turquie ».[6] Eine zur Aussrottung ausrufende Aussage klingt mit einer anderen zusammen, als Buttino die von einer Meute angeblich ausgesprochnen Wörter (vom qorboschi Irgash Bek angeleitet) widergibt: «L’heure a sonné pour les Sartes, nommons Irgash comme notre khan, exterminons au Fergana tous ceux qui ne sont pas Sartes.»[7] Die Sarten, welche diese Aussage ausgesprochen hätten, sahen sich als eigene Gruppe, die sich gegen Kommunisten, russische Siedler, Armenier, usw., wehren mussten. Die Sarten umfassten eine turkstämmig-iranisch gemischte sesshafte Bevölkerung vieler Städte und Siedlungen in Zentralasien. In der kolonialen Ethnografik des russischen Reichs wurde zwischen Sarten, turkstämmigen Uzbeken, iranischen Tadjiken und Semiten unterschieden.
Sokolnikov schreibt, «Dashnaks had complete control of the city for nine days.»[8] Diese Aussage ist schwer zu widerlegen und deshalb umso fragwürdiger. Wo eine genozidale Stimmung in der Luft liegt, wundert es mich, dass den Kommunisten selber somit weder Schuld noch Motiv angehaftet wird. Denn schliesslich waren sie die Haupträger dieser Stimmung als der Bürgerkrieg Züge von der verrohten Brutalität des 1. Weltkriegs und des Genozids im Kaukasus abbekam und das ehemalige russische Reich mit kommunistischen Politiziden durchsät wurde.[9] «Exzisionäre Gewalt» nennt S. A. Smith die Gewalt an Menschen, welche die Bolschewiki aus ihrer politischen Gemeinschaft ausschliessen wollten. Sie streute sich über den Erdball nach Osten, dem Machtvakuum im ehemaligen russischen Reich hinterhereilend.[10] Die Dekossakisierung fand oberhalb Zentralasiens, in denselben Längengraden statt. Das Atu-Massaker März-Mai 1918 war ebenfalls ein zugunsten der Bolschewiki und der russischen Siedlerbevölkerung verübter Massenmord in Zentralasien. 1920 fand im fernen Ostsibirien, bei Nikolaevsk-am-Amur unter der Führung eines ebenfalls mit Lenin Kontakt pflegenden sogenannten Roten Kommissars ein weiteres verheerendes Pogrom statt, von dem wir wie bei anderen wissen, dass die nun vom Töten brutalisierte Rote Armee den Terror, eine organisierte Vergewaltigung aller Frauen und schliesslich die Ausrottung aller 14'000 Bewohner verübt hatte. An die Voraussetzung einer Promotion waren Kopfzahlen gebunden. Die Ideologie des Klassenkampfes versprach dem Tötungskommando-verübenden Ruhm, sowie die Möglichkeit zu vergewaltigen und Beute zu erlangen.[11] Massaker waren eine absehbare Folge von Politiziden, bei denen es der Führung nie in den Sinn gekommen wäre, sie zu verhindern, weil sie der Logik des Klassenkampfes entsprachen, verursacht wegen und nicht trotz ideologisch geleiteter Eroberungszügen. Erst 1922 kritisierte Sokolnikow (Autor meiner wichtigsten Quelle) die Strategie des Roten Terrors – im Nachhinein, als es in Moskau wegen der Neuen Ökonomischen Politik politisch akzeptabel geworden war, diese zu hinterfragen.
Im
Frühjahr 1918 entsandte der taschkentische Sowjet, um Kokand zu belagern, Rote
Garden unter der Führung des Kommisar Perfilews, der sich Verstärkung von einer
armenischen Miliz und Kriegsgefangenen sowie entmobilisierten Soldaten des 1.
Weltkriegs holte.[12]
Es folgte eine 3-tägige Schlacht mit Männern aus Kokand und den umliegenden
Dörfern, die für die Verteidigung um Hilfe gebeten worden waren.[13] Vom
18. bis zum 27. Februar 1918 wurden nach der Bombardierung Kokands schliesslich
geschätzt über 14'000 Menschen massakriert und ein Drittel der Stadt wurde
zerstört, hauptsächlich die muslimischen Quartiere, unter anderem Bibliotheken,
Moscheen und Schreine, wobei armenische Stadtbewohner in einem Rachezug
2.2. Der Islam und der Staat im kolonialen Ferghana
Bei ihrem Aufenthalt 1902 in Kokand berichtet Annette Meakin von achzigtausend Einheimischen oder sarts und dreitausend Russen, die unter dem kolonialen Stadthalter lebten, fünf- bis sechshundert Moscheen und 56 (oder 48) Madresen.[15] Die wichtigsten davon wurden von Kokands Khanen im frühen 19. Jh. um den Bazaar herum gebaut, der das Zentrum der Stadt kennzeichnete und wo die Männer markteten und den Tag verbrachten. Von ihm gingen Strassen auswärts in die Peripherie, wo die Frauen der Stadt einander in ihren Gemächern besuchten und die älteren den Haushalt trieben. Meakin beobachtete sehr wenige ausser Haus, denn sobald eine Frau in den öffentlichen Raum mit Männern in Kontakt kommt, trägt sie eine Ganzkörperverhüllung namens paranji mit einem Kopftuch chachvon, das alles, sogar die Augen, verdeckt (s. Bilder in Malikov S. 224f.). Vor der Kolonisierung war diese Gesamtmontur noch nicht üblich (s. Bild unten), es war wohl eine Art der Abtrennung von den Russen, um die muslimischen Gebote gegen Vermischung, aufrechtzuerhalten. Die Scharia ist das allgemein geltende Gesetz und wurde durch die für Handelsregeln ebenfalls zuständige Sittenpolizei (Muhtasib) befehligt, die mit Peitschen für Ordnung sorgten. Seit der Einführung der russischen Bürokratie, waren nicht mehr Regierungspersonen, sondern allein die Rechtsgelehrten (Qazi, arabisch Qadi) für die Rechtsprechung zuständig und mussten auch das imperiale Gesetz des russischen Reiches kennen, denn die Scharia war nicht mehr das einzig gültige Gesetz.
«Women wrap their heads with colorful silk ornamented with pearl accessories. They wear long, patterned, coarse outer garments adorned with a brocade handkerchief.» Anders als im Jahr 1902, als die Engländerin Annette B. Meakin Kokand besucht, trugen im 18. Jh. die Frauen noch keine Gesichtsverhüllung.
(Quelle: Hostetler und Wu)
In
der Provinz Turkestan, in der sich Kokand befand, wendeten sich andere Ethnien,
die als Kazakhen bezeichnet wurden, auch an andere Rechtsgelehrte, die Biy genannt
wurden. Körperliche Strafen wurden Ende des 19. Jh. im imperialen Gesetz abgeschafft,
aber Meakin spricht auch von keinen Sklaven in Kokand, da Sklavenaufstände bei
der Eroberung die Russen dazu gebracht hatten, Sklaverei in der Region ab 1873
innert Zehn Jahren abzuschaffen (wie Eden argumentiert). Zwar waren Imperiale Gesetze dem russischen Verständnis nach nicht besonders strikt umzusetzen, denn, wie Sartori hervorhebt,
war man davon überzeugt, die zentralasiatische Bevölkerung würde sich mit der Zeit an sie anpassen. Die Tendenz ging jedoch in Richtung
Islamisierung. Unter Kaiserin Katerina II (reg. 1762-1796) folgte man sogar der Ansicht, die Islamisierung könne einen Zwischenschritt für jene Volksgruppen darstellen, die noch heidnischen Bräuchen folgten. Seither waren aber die Behörden auch
bei Muslimen auf anti-russische Ressentiments aufmerksam geworden und stiessen vor allem
bei denen, die noch vom Scharia-Regime profitierten, auf anti-kolonialen Widerstand.
Bereits
in Aufständen vor 1917 tauchte der Jihad immer wieder als legitimierender Grund für
Widerstand gegen russische und chinesische Vielvölkerreiche auf. Er verfolgte das Ziel Scharia-Gesetz, Institutionen der politischen Ökonomie,
wie den Waqf (die steuerfreie islamische Almosenstiftung) und traditionelle
soziale Verhältnisse aufrechtzuerhalten.[16]
Seit den Timuriden spielten sufistische Religionsführer (Scheichs) und die
Priesterklasse (Ulama) eine zunehmende Rolle in der Politik und zeigten sich
noch immer im frühen 20. Jh. konfrontativ im Handringen gegen die russische
Obermacht, vor allem die letzten Timuriden hatten Schreine und Mausoleen,
Moscheen und Madresen finanziert und unter Waqf gestellt, um die religiöse
Elite enger an sich zu binden. Die politische Ökonomie blieb jedoch an dschinggisidische
Nomaden ausgerichtet. Unter dem Titel Tarkhan, zum Beispiel, der später in den
post-timuridischen Khanaten noch existierte, waren sie steuerfreier noch als die von Waqf
finanzierten Religionsführer, die erst in den Khanaten die komplette
Steuerfreiheit erlangen würden.[17]
Die sukzessiven Staatsreformen der Schahruchiden-Dynasten Narbuta Biy (r. 1770-1799), Alim Khan (r. 1799-1811), und Umar Khan (r. 1811-1822) konsolidierten im Khanat von Kokand die islamischen Institutionen in ganz Ferghana (doch erst ab 1806 findet man in Kokand Münzen, die mit «Khan» geprägt sind). Umar Khan pochte für seine militärische und kulturstiftenden Ambitionen zwar erneut auf die Abstammung von den dschinggisiden Temür (Tamerlan) und Babur, doch pries er sich genauso seine Steuern zu islamisieren und verschaffte den Ulama Macht inner- und ausserhalb des Staates.[18] Almosenstiftungen, Koranschulen und Bewässerungsinfrastrukturen wurden als Projekte fürs Volk umgesetzt, um die Steuerreform anerkennt und legitimiert zu bekommen. Die Post-Timuriden inszenierten sich als Timuriden, doch sie schuffen ein politisches Regime, das den Islam noch im nächsten Jahrhundert zur höchsten politischen und juristischen Instanz befördern würde. 1902 waren die islamischen Institutionen trotz der Kolonialisierung eng mit den herrschenden Vorstellungen sozialer und politischer Gerechtigkeit verbunden geblieben. Es war undenkbar, die Scharia aufzugeben oder die weibliche Kleiderordnung und die von den Waqf finanzierte Priesterklasse wegzudenken. Umso denkbarer war somit die Unabhängigkeit von den Kolonialregierungen, als es zum Kulturkampf kam.
2.3. Die Revolution bricht in Kokand aus
In
der kurzen Zeit zwischen Meakins Besuch und dem Ausbruch der Revolution waren
die Bevölkerungszahlen für Ferghana Jahr für Jahr stark angewachsen, für
Kirgisen, Uzbeken und Sarten (jeweils um mehr als einen Achtel, resp. einen Fünftel und einen Drittel in 14 Jahren, von 1897 bis 1911), während sich die viel höhere
Anzahl Russen in Zentralasien insgesamt fast verdoppelte. So dass Ferghana in
1917 2’160’000 Einwohner zählte und die Stadt Kokand ungefähr 120’000.
Ferghanas Baumwollproduktion von 1902 bis 1915 war um ca. 213% angestiegen,
wobei sie nun 70-90% der Anbaufläche einnahm, was ganz Ferghana von externer
Lebensmittelzufuhr abhängig machte.[19]
Mit
der Übernahme Kokands durch die Bolschewiki begann eines der dunkelsten Kapitel
in der Geschichte Ferghanas. Die Konfiszierung von Weizen und Baumwolle im
Namen des Kommunismus (die später Kriegskommunismus genannte
Wirtschaftspolitik) besiegelten einem Drittel der ländlichen Bevölkerung innert
Kürze den Hungertod, die auf Hilfe von Aussen angewiesen gewesen wäre. In 1919
waren verglichen mit 1902 nur noch 35% so viele Flächen Baumwollland wie früher.
Kokands Bevölkerung betrug 1924 noch 50’338 Bewohner (weniger als die Hälfte) und
die Bevölkerung Ferghanas lag in 1923 bei 1'669'000.[20]
Hundertausende waren wie vom Erdboden verschluckt worden.
Sokolnikow
schreibt folgendes zum Ausbruch der Revolution in Ferghana nach dem
Zusammenbruch des Kolonialen Regimes in der Provinzstadt Taschkent 1917:
Railroad workers, who had in no way been linked with
the local population for a long time, brought soviet power to Fergana. Simultaneously,
with the emergence of Soviet power in Fergana, a group of Muslim intellectuals,
together with the Ulema, convened a congress of Muslim warriors and
farmers. This
congress elected the government of autonomous Turkestan.[21]
Die
Bahnarbeiter waren offenbar nur ein Nebentheater. Die Hauptakteure nannte er mit
den politisch-korrekten Begriffen «intellektuellen», «Bauern», die ihnen rückblickend
etwas Legitimität verliehen. Nichtsdestotrotz waren sie für die Sowjetregierung nur eine
zu eliminierende Bande. Sogar Sokolnikow argumentierte, dass mit dem Massaker von
Kokand das Volk den Gerüchten Glauben schenken musste: Die Invasoren seien
Vergewaltiger, Banditen und gottlose Bolschewisten, keine Befreier.
Die
oben genannten «Muslim intellectuals» waren eine aus Taschkent geflohene Gruppe
von städtischen reformistischen Muslimen. Als die Revolution in der russischen
Kolonialprovinz Turkestan ausbrach, nahmen religiös-konservative Politiker in
Bukhara die Oberhand. Sie schürten einen Mob gegen Ṣadr-i Ziya und Anhänger der
reformistischen Politik, die das Schulsystem und politische Gleichberechtigkeit
einführen sollte. Dies kam den Ulama einer Abschaffung der Scharia gleich. Ṣadr-i Ziya beschreibt, wie dieser Mob
ihn und seinesgleichen beschimpfte mit der Bezeichnung «Jadids» (der inoffizielle
Name der Reformisten, «die Neuen») und «Yazidis» (eine nicht-islamische
Religionsgruppe), bevor er einen mit ihm befreundeten Staatsmann zu Tode
prügelte – und ihn selber fast auch. Während Reformisten in Bukhara die Flucht
ergriffen oder wie Ṣadr-i Ziya eingesperrt wurden, war Taschkent, das abermals
als Sprungbrett der russischen Kolonisierung diente, in
die Hände eines linken Sowjets geraten. Dies hatte zur Folge, dass die
muslimischen Reformisten aus dieser Stadt nach Kokand flohen, wo sie am 9.
Dezember 1917 die «Autonomie» (Turkiston muhoriati) aussprachen und einen
Staat gründeten.
Am
Geburtstag des Propheten, dem 26. Dezember, wurde eine Demonstration von
200'000 Menschen in den russischen Quartieren Taschkents, in die sie überquoll,
blutig niedergeschlagen, während sie die ganze Altstadt mit Menschen, die angeblich
für den Symboltag der Unabängigkeitserklärung herausgekommen waren, beflutete.[22] Doch wahrscheinlich gab es in Ferghana und ausserhalb verschiedene
Interpretationsebenen der Unabhängigkeitserklärung. So wie es Ṣadr-i Ziya ebenfalls
von dem Manifest, das im April 1917 die liberalen Reformen in Bukhara einläuten
soll, berichtet, nachdem es unter die Leute verteilt worden war.[23] Die
Reaktionen auf dieses Manifest wie auch auf die Unabängigkeiterklärung waren
bei der Ulama-Priesterklasse in Bukhara und Taschkent negativ ausgefallen, weil
sie darin die Entmachtung der Scharia sahen. Die Scharia zu erhalten, wurde
auch für die Basmachi zum zentralen Element ihrer Forderungen.
Das Massaker von Kokand wird von einigen als Katalysator für die Basmachi-Bewegung erachtet, weil es unmittelbar nach der Unabängigkeitserklärung in Kokand geschehen war. [24] Die künftigen Anführer (qorboschi) der Bewegung in Ferghana und Semireche, Irgash Bek und Madamin Bek, verliessen beide ihre Staatspositionen in Ferghana. Letzterer demissionierte nach der Verbrennung des Qurans in Margilan und beide begannen Widerstand zu organisieren. Pavel Nazaroff sass im Gefängnis des Sowjets in Taschkent fest mit seinem engen, in Ferghana renommierten Freund Abdul Kaspar, als er beschreibt, wie dieser aus dem Gefängnis versteckte militärische Befehle durch Mittelmänner an die Anführer in Ferghana erteilt.[25] Nachdem sie von der Weissen Armee befreit wurden, traf Nazaroff Dschanaid Khan, einem Mann, der ihn sehr beeindruckte, mit dem er auch bereits befreundet war, der aber später von seiner turkmenischen Steppe, wo die Basmachi noch bis in die frühen 30er Jahre weiterkämpften, nach Afghanistan zurückgedrängt wurde. Das waren die letzten Widerstände der Basmachi.
Die
Basmachi-Bewegung, die nun aber von Taschkent aus in alle Himmelsrichtungen aufbrach,
führte Jihad gegen den sowjetischen Staat, der in ihren Augen, die islamische
Staatlichkeit umwälzen wolle. So deklarierte beispielsweise ein offener Brief
an Anführer der Basmachi:
Anyone, who joins the sacred fighters of Islam,
guarantees his place in Paradise; those, who do not respond to the call of gozi,
will be punished with eternal torment in hell. For gozi (great martyrs
for the faith), according to Shar’ia, are the first assistants of the prophets
in the struggle for Islam. […] More than twenty high-ranking and most
spiritual figures of Kabainsk raion affixed their seals.[26]
Die
Basmachi bekämpften und erachteten die städtischen Muslimen, vor allem die
Reformisten, als genauso feindseelig und anti-islamisch wie die Kommunisten.[27] Vielleicht können deshalb die Basmachi-Anführer nicht als Nachfolger der gefallenen Koalitionsregierung
in Kokand gesehen werden. Sie benutzten eher das militärische Vokabular des
Khanats von Kokand. Khalid (2015, S. 87) kommt zum Schluss:
Few of the Basmachi leaders seem to have been
motivated by the creation of new state order. To the extent they did, the model
was the tradition of kingship as it had developed in post-Timurid Central Asia. This intense
localism had no place for the idea of the nation in it. But if the Basmachi
were not “nationalists,” they also did not represent a continuation of the
Ulamo Jamiyati and its politics of 1917.
In
Ferghanas Bergtälern nahmen Basmachi-Kämpfe auf kleiner Distanz einen
Guerilla-Charakter an. Die Kämpfer zogen sich in die Berge zurück und
verübten Rachezüge auf kollaborierende Dörfer: «Basmachis killed those
natives who helped [the soviets] by burning them alive, frying them in
boiling oil, cutting off the ears and noses, and slaying their closest
relatives.» Die
Tscheka versuchte Namenslisten von Basmachi-Kollaborateuren zu erstellen und
befragte die Bevölkerung, die ihnen etliche «false, fictitious, and absurd
names» angaben. Sokolnikow beschreibt, wie lokale Behörden gegen diese Massnahmen
protestierten, aber weil die Tscheka sie verdächtigten, Sympathien mit den
Basmachis zu hegen, verliessen sie Ferghana und keine der lokalen Behörden wollten
mehr zurückkehren. «Fergana became a vicious circle.»[28]
Im Gefängnis hatte Nazaroff noch gehört, dass Madamin Bek Schwierigkeiten hatte, sich mit den Russen zu verbünden, weil seine Männer zu gewaltätig gegen die russischen Siedler vorgegangen seien.[29] 1919 ging die russischen Siedler jedoch zu Madamin Bek über und am 8. August gründete er eine militärische Komission für eine liberale Verfassung zusammen mit Ferghanas von Monstrow angeführten russischen Bauernarmee. Im Januar 1920 kam erstaunlicherweise ein Gegenprojekt von sowjetischer Seite: Eine Republik der muslimischen Völker von Turkestan, an deren Spitze Madamin Bek kommen sollte. Die Forderungen, die er kurz darauf verabschiedete, beinhalten die Abschaffung des Weizenmonopols und die Erhaltung der Scharia. Auf dem Weg nach Taschkent kommt er in ungeklärten Umständen um. Madamin Bek habe das verbreitete Gerücht, er wolle zum Kahn ernannt werden, geleugnet, doch die Widersprüche machen es schwierig, wirklich zu wissen, was nun die politischen Vorstellungen der Basmachi-Kämpfer und deren Anführer waren.[30] Das einzige, an dem man sich in den Quellen festhalten kann, ist scheinbar der Islam, der gebraucht wird, um die politischen Forderungen der Basmachi zu signalisieren. Die timuridische Tradition scheint in Ferghana aus den Augen verloren gegangen zu sein.
Noch im selben Jahr entsandte Bukhara Moskau eine letzte offizielle Botschaft im Namen des Khanats, mit der sich Lenin traf und einverständigte, das Emirat anzuerkennen und Bukhara nicht mehr zu belästigen.[31] Ein illusorisches Versprechen, denn im August folgte Bukharas Eroberung und alle ausser eines der Mitglieder der Botschaft wurden auf ihrem Heimweg ermordet: «The fall of the emirate marked the end of the tradition of Central Asian statehood: Bukhara was the last indigenous Central Asian state to fall.» schreibt Khalid (2021, S. 175). Aber stimmt das?
3.
Fazit, qui bono?
Die Timuriden hatten sich auf die Fürstenspiegel der frühen
Mittelperiode des Islams (10. bis 12. Jh.) berufen, welche die Prinzipien
verkörperten, die von den Timuriden in den politischen Werken der frühen Neuzeit übernommen
wurden. Die wiederum im frühen 19. Jh. en masse gedruckten Falsch-Biografien von
Timur, die den Gründervater als bestmöglichen Herrscher darstellten, indem sie die kanonischen
Lehren, z.B. eines Nizam al-Mulk, thematisch aufgriffen, zeugen von dem Fortbestand der timuridischen Staatstradition ins koloniale Zeitalter hinein. Unter
den wichtigsten Verpflichtungen des Staates zählten nämlich für den Vizier der Seldschuken,
Nizam al-Mulk, Frömmigkeit, die Almosenspende, die Armen vor Unterdrückern
schützen, öffentliche Bauten errichten, Minister bestrafen und begnadigen. Diese Thematiken sind allesamt im ersten Kapitel seines Fürstenspiegels aufgeführt und werden im Rest des Buches ausgeführt.[32]
Die
zentralasiatische Staatstradition beinhaltete Konzepte sozialer und
geschichtlicher Gerechtigkeit und Verpflichtung gegenüber bestimmten Gruppen,
zu denen neben den Timuriden noch Nomaden zählten, die nicht alle das Scharia-Gesetz
anerkannten. Mit der Islamisierung nomadischer Bevölkerungsgruppen in den
Khanaten konnte die Obrigkeit an die Scharia als einzige Authorität appellieren. Sie stärkte dadurch aber die religiösen Eliten. Historisch gesehen, nutzte sie zwar verschiedene Mechanismen, um die Expandierung der steuerfreien Waqf
aufzuhalten. Im Zarenreich scheiterte aber der Versuch in Ferghana, gegen die
verankerte Notion einer «legitimate tax» vorzugehen und «Innovationen» (d.h. ausserislamische Steuern) einzuführen oder Waqf zu konfiszieren und zu
verstaatlichen.[33]
Die Kommunisten hatten versucht, auf einen Schlag den Waqf dort abzuschaffen,
hatten aber die Basmachi am Hals und erreichten dadurch nur, ihnen zu mehr
Rückhalt in der Bevölkerung zu verhelfen.
Als
Lenin die Neue Ökonomische Politik 1921 einführte, war es endlich im ganzen Reich ein
Zeichen für détente. In Ferghana wurden islamische Institutionen nun wieder erlaubt
und der Bevölkerung wurde zugetraut, Selbstverteidigungseinheiten einzurichten.
Im letzten Teil seines Berichts von 1922, warnt Sokolnikow, dass hochrangige
Funktionäre die Fortführung der Strafmassnahmen forderten und somit den
Frieden gefährden würden. Sicher ist, die Versprechen wurden so oder so von den
Kommunisten nicht gehalten. 1927, sechs Jahre nach der Einführung der Neuen
Ökonomischen Politik, wurden die letzten Waqf in Ferghana verstaatlicht,
während ein Klassenkampf gegen «Kulaks» geführt wurde und der Kulturkampf
gegen den Islam erneuert.[34]
Die «post-timuridische» Staatlichkeit ist mit dem Scharia-Gesetz untergegangen, das kann man definitif sagen. In der Debatte um die zentralasiatischen Nationen redete man jedoch vom Wiederaufleben eines «timuridischen» Staatserbe im Sinne eines vereinten uzbekischen Staates mit Ferghana, Bukhara und Khiva – und darüber hinaus. Allerdings wollten die aufkommenden politischen Kräfte unter den Kazakhen, Turkmenen, Kirgizen, Tajiken nichts davon hören. Ferghana wurde schliesslich aufgeteilt, doch bis heute hat Ferghana immer wieder geblutet, wie Sokolnikow sagt.[35] Es bestehen auch noch nach der Sowjetzeit Ansprüche auf die «post-timuridische» Staatlichkeit in Form des Scharia-Gesetzes und sicherlich pochen die Ansprüche, einem der drei Nationalstaaten anzugehören, ihrerseits auf eine tiefere zentralasiatische Staatstradition mit Wurzeln, die bis zu den Timuriden zurückgeführt werden.
Für
mich scheint also nichts klarer: Mit den Widersprüchen wird nicht fertig,
wer nicht die tiefere Staatstraditionen Zentralasiens kennt und die darin enthaltenen
Lösungsansätzen und Konfliktpotenziale.
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[1]
Siehe La Vaissière.
[2]
Siehe Levi und Ron, Quelle 26.
[3] Siehe Gommans und
Huseini.
[4] Der Zusammenhang wird
bereits ab 1922 von Sokolnikov gemacht: 1. Malikov
8.5, S. 176; 2. Etherton, S. 154; 3. Buttino 196; 4. Malikov, S. 166; 5. Drieu
S. 199.
[5]
Malikov 8.5, S. 176.
[6] Buttino, S. 209.
[7] Ebd. Die «Sarten»
umfassten die gemischte turkstämmig-iranische sesshafte Bevölkerung vieler
Städte und Siedlungen, von denen in der kolonialen Ethnografik die
turkstämmigen Uzbeken, iranischen Tadjiken und Semiten unterschieden wurden.
Siehe Abaschin.
[8] Malikov 8.5, S. 176.
[9] Vgl. Pianciola 2020.
[10] Smith, S. 382.
[11] Siehe Mazard; für das
Atu-Massaker: Kamalov.
[12] Etherton, S. 154;
Drieu, S. 199.
[13] Malikov 8.5, S. 175.
[14] Etherton, S. 154, will
sich auf in der Pravda erschienene Zahlen basiert haben. Es ist unklar,
worauf sich Drieu mit der Zahl 10'000 basiert. Die Rolle der Armenier: Buttino,
S. 207f.; und die der Kriegsgefangenen 210ff.
[15] Meakin, S. 251 ff., auf
S. 82 sind es 48 Madresen.
[16]
Siehe z.B. Levi und Ron 50, S. 276 «jihad against the Chinese» (1826-27);
Malikov 6.1, S. 123f. «start
a jihad» (1898).
[17] Siehe Szuppe; Eden, S.
35; Levi und Ron 49 erwähnt Tarkhan.
[18] Siehe Levi, bes. S. 108ff.;
Babur. Als Gründer des Mogulreichs schreibt Babur in seiner allerweltbekannten
Autobiographie sehnlich von Ferghana.
[19]
Malikov, S. 91; Umarovich, S. 19; Bottino, S. 218. Auch für die Informationen im
nächsten Paragraphen.
[20] Etherton zufolge hatte
die Pravda eine höhere Zahl von 900'000 Toten geschätzt. Eine unbekannte Zahl
waren auch in benachbarte Länder geflohen.
[21] Malikov 8.5, S. 175.
[22]
Drieu, S. 199.
[23]
Ṣadr-i Ziya, S. 325.
[24] Der Zusammenhang wird
bereits ab 1922 von Sokolnikov gemacht: 1. Malikov 8.5, S. 176; 2. Etherton, S.
154; 3. Buttino 196; 4. Malikov, S. 166; 5. Drieu S. 199.
[25] Nazaroff, drei Befehle
auf S. 17.
[26] Malikov 8.2, S. 169,
scheinbar wurde dieser Brief aus der Gegend des Baikalsees entsandt.
[27] Siehe Zitate in Khalid
2015, S. 56-89.
[28] Für Zitate im
Paragraphen, siehe Malikov 8.5, S. 178f.
[29]
Nazaroff, S. 22-23.
[30]
Buttino, S. 215f.
[31]
Ṣadr-i Ziya, S. 322, Fussnote 834.
[32]
Szuppe, S. 211f.; Marlow; Levi und Ron 44; Al-Mulk.
[33]
Malikov 4.4, S. 86.
[34]
Malikov 8.5, S. 180ff.; Khalid 2021, S. 220.
[35]
Khalid 2021, S. 210ff. Malikov
8.5, S. 182, der letzte Satz: «Fergana is bleeding.»
